Sicher auftreten in Zeichen von Corona?

Nicht nur Politiker, sondern alle, die öffentliche Verantwortung tragen, tun sich derzeit schwer bei ihren Auftritten den richtigen Ton zu treffen und die richtige Botschaft zu senden. Auf der einen Seite wollen Mandatsträger die Öffentlichkeit nicht verunsichern, auf der anderen Seite ist es ihre Aufgabe gewissen Ziele zu erreichen.
Wie sorge ich dabei für Vertrauen? Wie kann ich glaubwürdig und nachvollziehbar die wichtigsten Infos vermitteln? Diese Fragen stellen sich in diesen Tagen viele Entscheider*innen. Dabei sind sie oft genau so verunsichert, wie die allermeisten anderen Menschen auch. Es gibt sogar einen Fachbegriff für diesen Zustand; die Fachleute nennen das Phänomen „Pandemische Ambivalenz“.
Umso wichtiger sind Tipps für einen guten öffentlichen Auftritt.
Zwei amerikanischen Forscher, Peter Sandman und Jody Lenard, haben solche Tipps für Entscheidungsträger*innen veröffentlicht:

  • Achten Sie vor allem auf die Menschen, die zugleich verängstigt sind und noch nicht viel machen.
  • Sagen Sie den Menschen klar, was sie tun sollen – so oft und empathisch wie möglich.
  • Jene Maßnahmen, die Sie erst nächste Woche setzen wollen, sollten Sie schon diese Woche setzen (Ihr Bauchgefühl rät Ihnen schon jetzt dazu).
  • Gute Politiker kennen beide Seiten der „pandemischen Ambivalenz“. Deshalb: Verstehen Sie, warum viele Menschen anfänglich glauben, dass Sie überreagiert haben (auch wenn Sie später sagen werden, dass Sie zu spät reagiert hatten).
  • Achten Sie genau auf Ihre Formulierungen: „Ich weiß, dass Sie Angst haben“ ist aufdringlich. Ein solch direkter Ansatz kann zu defensiver Verweigerung führen statt zum Handeln. Besser ist: „Einige Menschen haben mir gesagt, dass sie Angst haben.“ Am besten: „Fast jeder in unserer Firma hat einen flauen Magen. Deshalb wissen wir, dass sich viele andere auch so fühlen. Und das zu Recht! Es ist ein erschreckender Moment. Unser Job, unser aller Job ist, dieses Gefühl zu ertragen und so zu handeln, damit wir uns und unsere Gemeinschaft schützen.“
  • Vermeiden Sie dabei falschen Optimismus und vermeiden Sie es, die Ängste anderer lächerlich zu machen.

Quellen:
Peter M. Sandman Risk Communication,
ORF Wissenschaft

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